{"id":9766,"date":"2021-10-04T12:15:54","date_gmt":"2021-10-04T10:15:54","guid":{"rendered":"https:\/\/centre-francais.de\/?p=9766"},"modified":"2021-10-04T12:15:54","modified_gmt":"2021-10-04T10:15:54","slug":"living-nature-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centre-francais.de\/de\/living-nature-2021\/","title":{"rendered":"Living Nature 2021"},"content":{"rendered":"<p><strong>Living Nature 2021<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Radeln, s\u00e4gen, g\u00e4rtnern &#8211; und speisen wie Gott in Frankreich<br \/>\n<\/strong>Von Marvin Meyer und Franziska Ruf<\/em><\/p>\n<p><strong>Berlin<\/strong>. Rote Beete sprie\u00dft aus dem Boden, Bl\u00fcten der Kapuzinerkresse schm\u00fccken das Beet und die Luft riecht nach Erde und Kr\u00e4utern. Wo diese Atmosph\u00e4re in der Gro\u00dfstadt zu finden ist, offenbarte der \u201e<em>Living Nature<\/em>\u201c-Austausch des Centre Francais in Berlin. Mit einem Schwung aufs Rad begannen die meisten Abenteuer: von der Gartenrallye \u00fcber die Havel-Radtour bis zur Besichtigung einer Solidarischen Landwirtschaft. Dabei entdeckten die 17-26-j\u00e4hrigen Teilnehmer*innen Ideen, die Natur in die Gro\u00dfstadt zur\u00fcckzuholen, und verewigte sich auf besondere Weise im Rote-Beete-Garten.<\/p>\n<p>Das kreativste Konzept h\u00e4tte die Gruppe beinahe \u00fcbersehen: Inmitten von Grabsteinen suchte sie nach dem \u201ePrinzessinnengarten\u201c \u2013 und befand sich derweil inmitten dessen. Das Prinzessinnengarten-Kollektiv bepflanzt den St. Jacobi Friedhof in Neuk\u00f6lln. Die gesamte Fl\u00e4che zieren Hoch- und Staudenbeete, Bereiche f\u00fcr Kinder und soziale Treffpunkte wie das Gartencaf\u00e9 oder die Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt. Einen anderen Garten fanden die Teilnehmer*innen ebenfalls auf ungew\u00f6hnlichem Terrain: auf dem alten Flugplatzgel\u00e4nde am Tempelhofer Feld. Auch hier wusste man ungenutzte Fl\u00e4che wiederzubeleben. Insgesamt lautet das Fazit der Gruppe: Vielfalt macht die G\u00e4rten aus, in ihrer \u00f6rtlichen Umsetzung, in den Beeten und auch in den Menschen, die dort zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Weiter gingen die Entdeckungen entlang der Havel: Auf ihrer Radtour von Brandenburg nach Werder blickte die Gruppe bis nach London \u2013 oder zumindest in die Richtung. Auf dem Aussichtsturm am G\u00f6tzer Berg erfuhr sie die Entfernung zur britischen Hauptstadt oder die nach New York oder Peking auf den Kilometer genau. Nat\u00fcrlich waren auch Brandenburg und Potsdam auf dem Turm ausgewiesen. Nach der Pause radelten die Teilnehmer*innen weiter entlang dem Fluss und beobachteten Wildg\u00e4nse, die sicher auch schon eine lange Reise hinter sich hatten.<br \/>\nWie Landwirtschaft funktioniert fernab des kapitalistischen Systems, erfuhren die Teilnehmer*innen auf dem \u201eSp\u00f6rgelhof\u201c im Nordosten Berlins. Dort betreiben die Bewohner*innen Solidarische Landwirtschaft. Bei dieser Art der Bewirtschaftung steht das Gemeindewohl im Vordergrund. Es gibt einen Verein und dessen Mitglieder beteiligen sich mit einem monatlichen Beitrag im Voraus an der Produktion. Daf\u00fcr erhalten sie einen Teil der Ernte \u2013 und Gewissheit f\u00fcr biologisch und fair erzeugte Lebensmittel. Es profitieren also beide Seiten: die Landwirte, die die Sicherheit haben, ihren Anbau finanzieren zu k\u00f6nnen, und die Mitglieder, die frisches Gem\u00fcse bekommen. Wie die Arbeit auf dem Hof funktioniert, probierten die Teilnehmer*innen selbst aus. Sie j\u00e4teten Unkraut und ernteten Gem\u00fcse, mit dem sie ihr Mittagessen kochten.<\/p>\n<p>S\u00e4gen, Schleifen, Streichen, H\u00e4mmern \u2013 das stand als letztes Projekt der deutschen und franz\u00f6sischen Teilnehmer*innen auf dem Programm und forderte ihren Teamgeist heraus. Zusammen bauten sie eine Holzbar f\u00fcr den \u201eRote Beete Garten\u201c des Centre Francais. Dies war kein Problem, da alle mit anpackten: Der eine schnitt Bretter zu, die andere schliff sie, der n\u00e4chste glasierte, die letzte bohrte sie an. Wo am Morgen noch ein Ger\u00fcst aus Holzbalken stand, formierte sich innerhalb eines halben Tags ein Tresen.<\/p>\n<p>Wir widerlegten in der Woche die These, dass viele K\u00f6che den Brei verderben, und lie\u00dfen die Abende mit gutem Essen \u2013 einmal auch mit Musik unter freiem Himmel im p\u00e4dagogischen Garten \u2013ausklingen. Es entstand innerhalb der Woche eine starke Gruppe, die gerne Zeit miteinander verbrachte. Egal ob auf Deutsch, Englisch oder Franz\u00f6sisch \u2013 die Teilnehmer*innen fanden immer einen Weg zur Verst\u00e4ndigung. Die Organisatoren des Austauschs, Alex und Florian, schufen eine angenehme und lockere Atmosph\u00e4re, weil sie jedem\/jeder Teilnehmer*in mit Respekt begegneten und offen waren f\u00fcr deren Ideen. Sollte im n\u00e4chsten Jahr ein Wiedertreffen stattfinden, sehen sich bestimmt Einige wieder \u2013 dann nat\u00fcrlich in der selbst gebauten Bar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Living Nature 2021 Radeln, s\u00e4gen, g\u00e4rtnern &#8211; und speisen wie Gott in Frankreich Von Marvin Meyer und Franziska Ruf Berlin. Rote Beete sprie\u00dft aus dem Boden, Bl\u00fcten der Kapuzinerkresse schm\u00fccken das Beet und die Luft riecht nach Erde und Kr\u00e4utern. 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