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Austauschprojekte

I’n’Arts – eine deutsch-französisch-italienische Jugendbegegnung zu Kunst und Inklusion

By 20 Dezember 2019 September 14th, 2020 No Comments

von Mélanie Lancon

Update (11.9.2020): Das Projekt I’n’Arts wurde von Erasmus+ mit dem Qualitätssiegel „Bonne Pratique“ ausgezeichnet.

Den Projektbericht auf Englisch findet ihr hier, die Videos zum Projekt hier.

 

I’n’Arts ist eine Jugendbegegnung zum Thema Kunst und Inklusion mit Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren aus Paris, Berlin und Rom. Auf deutscher Seite wurde der Austausch vom Centre Français de Berlin in Kooperation mit der Johann-August-Zeune-Schule für Blinde organisiert, auf französischer Seite von der Académie Paris in Zusammenarbeit mit den Schulen La Grange aux Belles und Modigliani, die Inklusionsklassen nach ULIS Maßstäben anbieten  (Maßnahmen zur Erleichterung der Inklusion) und schließlich auf italienischer Seite von USR Lazio, unterstützt von den Inklusionsschulen Laparelli und Falcone e Borsellino in Rom.

Die 81 Jugendlichen mit und ohne Handicap haben sich seit Dezember 2018 in jeder der drei Hauptstädte getroffen, um gemeinsam eine Abschlussaufführung aus Tanz, Musik und Theater zu gestalten.

Seit Schulbeginn 2018/19 nehmen diese Jugendlichen an inklusionsorientierten Kunstworkshops teil, um sich auf die internationalen Begegnungen vorzubereiten: die deutschen Schüler·innen haben sich jede Woche Tanzworkshops gewidmet, die französischen Schüler·innen Musikworkshops und die italienischen Schüler·innen Theaterworkshops. Bei den gemeinsamen Treffen bekamen dann alle Schüler·innen die Gelegenheit, die Kunstform ihrer Wahl auszuprobieren, je nachdem, was ihnen am besten  gefiel. Dadurch konnten sie eine einmalige Choreographie erschaffen, die zum Abschluss auf der Bühne gezeigt wird.

Im Laufe der drei Phasen des Austausches konnten sich die Jugendlichen untereinander kennenlernen, die jeweilige Sprache der anderen ausprobieren und die drei Hauptstädte entdecken. Die Jugendlichen waren immer mit großer Bestimmtheit und Eifer bei der Sache – und daraus ist eine wunderbare Aufführung entstanden, die Tanz, Musik und Theater miteinander verbindet, alles im Zeichen der Inklusion. Die Workshops haben den Jugendlichen viel Motivation und Geduld abverlangt, was sie mit großer Begeisterung  gemeistert haben.

Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit  ist genauso beeindruckend wie der Entstehungsprozess des gesamten Projekts

Das Bühnenstück handelt von Verschiedenheit und Gleichheit, von den verschiedenen Sinnen des Menschen, von Nachlässigkeit, von Vertrauen, Migration, Solidarität und Gemeinschaft.

Durch ihre unablässige  Motivation und ihr Bemühen konnten die Jugendlichen während des gesamten Projekts ihre Lebenswelten authentisch vermitteln: Solidarität, Freundschaft und Verständnis waren die Gefühle, die sich den Weg von der Bühne zu den Zuschauern bahnten. Zum Applaus sind alle Schüler·innen sowie die Organisator·inn·en und pädagogischen Betreuer·innen mit großer Emotion auf die Bühne gekommen. Von den 350 Zuschauer·inne·n gab es sogar Standing Ovations für die Aufführung. Für die meisten Schüler·innen war dies das erste Mal, dass sie bei einer Vorführung auf der Bühne mitgemacht und einen Applaus bekommen haben.

Durch diesen Austausch konnten die Jugendlichen ihr Handicap noch einmal auf eine ganz neue Art und Weise hinterfragen und erfahren. Inklusion stand bei dem Austausch an erster Stelle: den Blickwinkel auf Personen mit Handicap ändern und erweitern, die interkulturelle Begegnung, die Sensibilisierung für andere Sprachen und Kulturen sowie den europäischen Gedanken fördern, Mobilität für Jugendliche ermöglichen, die mobilitätseingeschränkt sind, sei es durch ihren gesellschaftlichen Status oder ihr Handicap, und natürlich eine neue Kunstform erfahren, das Selbstbewusstsein stärken, sowohl im Agieren mit anderen, als auch im Sinne der Selbstakzeptanz, die Bewegungsmotorik erweitern sowie Kooperation und Gemeinschaft stärken – all das waren Ziele dieser Jugendbegegnung. Die Solidarität sowie gegenseitige Achtung, die sich die Jugendlichen entgegenbrachten, waren merklich spürbar.

Außerdem hat diese Austauscherfahrung den Jugendlichen bewiesen, dass sie dazu fähig sind, Neues auszuprobieren. Vor allem die Jugendlichen mit Handicap wissen jetzt, dass auch sie die Möglichkeit haben, zu reisen. Dieser Austausch wird für alle,  Schüler·innen, Organisationsteam sowie die pädagogische Begleitung, eine unvergessliche Erfahrung bleiben.

Dieses Video ist während der drei Phasen des Austauschs entstanden und ermöglicht Ihnen, die Teilnehmenden kennenzulernen.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden, Begleitpersonen, Lehrer·innen, Übersetzer·innen und Partner.

Wir möchten uns ebenfalls sehr herzlich bei Erasmus+ und dem DFJW für die finanzielle Unterstützung bedanken.

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